Was ist ein gutes Bild ?» Bild
Zitate
 
Was seh ich, was siehst du?
Unsere Freundin, die Kunsthistorikerin Corinna König, sagt:
"Wie auch immer ein Bild auf uns wirkt, der Grund liegt mehr in uns, als in dem Werk."
So ist es, auch die Betrachter unserer Bilder sind nur Menschen. Das heißt, da können wir noch so gut knipsen und bearbeiten. Wenn das Bild beim Anschauen an etwas Falschem rührt, haben wir keine Chance. Und wenn wir ein Bild kaum jemandem zeigen mögen, so kann es doch zufällig auf Begeisterung stoßen.
Somit werden unsere Werke niemals objektiv beurteilt! Wir werden niemals erfahren, wo es auf einer universell gültigen Qualitätsskala liegt.
Ich fordere die neutrale Bildbeurteilungs-Maschine! Angesiedelt bei der UNO! Und dann dreht einer an den Stellschrauben der Kriterien-Einstellung und hat schlecht geschlafen...
Also auch wieder nichts.
Wenn wir uns dieser Situation stellen, folgt daraus die Konsequenz, dass wir unsere Bilder möglichst vielen Leuten zeigen müssen. Und dann berechnen wir den Mittelwert der "Ohs" und "Ahs" und "Bäähs" (wird vielleicht: "Boah"?).
Jedenfalls macht Corinnas Aussage die Suche nach dem, was ein gutes Bild ist, nicht einfacher.
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Softbox
Wozu dient eigentlich eine Softbox?
Warum mögen wir das Licht, das sie sanft über die Wangen des Models fließen läßt?

Nach meiner Theorie liegt das daran, dass sie ein Fenster simuliert.
Ein Fenster ist ein viereckiger Durchlass für gleichmäßes Licht (jedenfalls, wenn die Sonne nicht herein scheint). So wirkt auch die Softbox. Es ist wohl ein archaischer Impuls, ein Objekt, dass durch ein Fenster beleuchtet wird, als angenehm zu empfinden. Vielleicht vermittelt es Ruhe und Sicherheit, wenn man nicht draußen in Wetter und Gefahr ist, sondern nur von einer Seite durch den Höhleneingang angeleuchtet wird.
Es muss auch von der Seite kommen. Licht aus anderen Richtungen wirkt ganz anders, wie man sich leicht vorstellen kann. Von oben ist es langweiliger, künstlich, von unten spannend, gar bedrohlich. Von vorne oder hinten wieder anders.
Manchmal muss auch ein größeres Fenster imitiert werden. Dafür gibt es Softboxen in allen Dimensionen oder 3-Meter-Reflektorschirme. Wenn z.B. ein stehender Mensch ausgeleuchtet wird, und das Bild mehr Großzügigkeit vermitteln soll, muss das "Fenster" vielleicht eine breite, hohe Wohnzimmerscheibe sein.
Aber das ist, wie gesagt, nur eine Theorie.
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Nützlich
Julio Mendoza in photo.net:

Es ist technisch von guter Qualität (richtige Belichtung, einfach, korrekte Lichtführung, usw.).
Es erfasst einen Moment.
Es ist nett oder ansprechend.
Es ist nützlich.

Die Welt kann so einfach sein.
Besonders den letzte Satz finde ich gut.
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Schnell langweilig?
Nachdem ich meine neuesten Bilder (die verblühenden Tulpen) aufgehängt hatte, war der Kommentar meiner lieben Gattin: "Sehr schön, aber das wird bald langweilig."
Langweilig?
Ein Bild an der Wand neben dem Esstisch sehen wir tatsächlich sehr viel häufiger und länger als eines in der Galerie oder im Magazin (oder hier im Internet). Das ist eigentlich ein harter Test, wie gut ein Werk ist. Man könnte vielleicht sogar eine Maßeinheit erfinden:
Qualität q = Dauer, wie lange es gerne betrachtet wird d x (Dauer, wie lange man sich in Sichtweite aufhält s / d). Drei Wochen mit täglichen Mahlzeiten sind also besser als zwei Monate nur am Wochenende!
Ich hoffe, dass meine Bilder ein q von vielen Wochen haben (in Wirklichkeit hoffe ich natürlich auf mehr). Damit hab ich mich erstmal um die Beantwortung der Frage: "Wann ist ein Bild langweilig?" gedrückt . . .
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Was ist gut 3
Die Mehrzahl der Bilder sind als Illustration gedacht, Stockbilder neben Zeitungsartikeln, Reportage, Dokumentation und natürlich Werbung. Sie haben einen Auftrag zu erfüllen, sie sind handwerkliche Erzeugnisse. Und hier gibt es qualitative Unterschiede, wie in jedem Handwerk. Und wenn jemand sein Handwerk wirklich gut beherrscht, dann sind die Ergebnisse eben eine Augenweide. Soetwas kann mich begeistern, das würde ich auch gern können.
Diese Suche nach gelungenen Meisterstücken kann man überall betreiben, wir sind ständig von Bildern umgeben. Im Kaufhaus hägen über endlosen Reihen von Kinderschlafanzügen und Winterjacken meist große Modephotos, die von Profis gemacht wurden. Ich versuche immer, die Rezepte zu erkennen, mit denen versucht wurde, den Auftrag zu erfüllen. Man muss zwar zunächst die Elemente des gerade angesagten Bildstils abziehen, dann aber entdeckt man manchmal nette Ideen. Ich finde es auch lehrreich, zu sehen, wie die Mannschaft aus Art Direktoren, Photographen und dem Kunden es versucht hat, der Zielgruppe gerecht zu werden. Interessant wird es, wenn sie diese Einschränkung etwas aufbrechen und mutig werden.
Ein perfektes Stück Unterhaltungsliteratur, Unterhaltungsmusik oder besonders eben Illustrationsphotographie begeistert mich eben, weil es ein perfektes Stück Handwerksarbeit ist.
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Was ist gut 2
Für mich gibt es zwei Arten von guten Bildern. Beide finde ich gut, wenn sie ihren Zweck gut erfüllen.
Die eine Art sind gute Illustrationen. Sie dienen einem Zweck in einem Zusammenhang. Das ist Handwerk, mit unterschiedlicher Qualität.
Die andere Art muss nicht im Zusammenhang mit irgendetwas drumherum stehen. Das sind Bilder, die für sich selbst existieren (können). Hier soll uns nur ein Bild gezeigt werden, sonst nichts.

Seien es Illustrationen oder nur l´art pour l´art, einige Bilder sind eben nicht nur Handwerk. Ich trau mich nicht, von "Kunst" zu reden, das ist für einige Geschäft, für mich ein hoher Anspruch. Wenn mich ein Bild berührt, ist es nicht automatisch ein Kunstwerk. Aber warum hab ich den Eindruck, dass es etwas Besonderes ist?
Dieser Eindruck entsteht bei mir sehr leicht, wenn das Betrachtete etwas aus meiner Vergangenheit trifft. Sicherlich oft auch ohne, dass ich es merke. Das ist für mich persönlich interessant, aber natürlich sieht das niemand so wie ich. Es ist eben nur eine Illustration eines zurückliegenden Ereignisses.
Aber es gibt da noch die anderen Bilder...
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Was ist gut ?
Was für mich gut ist, muss für Andere noch lange nicht gut sein. Und umgekehrt. Ich erhebe nicht den Anspruch, die universell und ewig gültige Wahrheit über die Qualität von Bildern zu kennen. Aber ich möchte sie natürlich gern finden, diese Wahrheit.
Ich finde es interessant, mich mit meinen Fotos zu beschäftigen. Aber warum sollte ich sie jemand anders zeigen? Was hat er/sie davon? Man denke nur an die berüchtigte Einladung zum Diabend nach dem Urlaub! Damit bin ich bei dem Satz, auf den meine Überlegungen immer wieder zurückkommen:

"Ein Bild ist gut, wenn ich etwas davon habe."

Das kann ich für alle Kunstwerke sagen, auch für Skulpturen, Filme, Literatur, Poesie, usw. Der Umkehrschluss gilt natürlich nicht: Wenn ich etwas davon habe, ist es nicht automatisch ein Kunstwerk!
Das führt zur Frage: Wann habe ich denn etwas davon? Darüber werde ich im Weiteren in lockerer Folge schreiben. Hoffentlich einigermaßen regelmäßig.
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Andreas Meyer (Endru) - 18.7.2011
Die Beurteilung der Qualität eines Bildes ist auch für mich eine äußerst subjektive Sache, dies sogar in zweierlei Hinsicht:
Ich mag ein Foto schießen, das für mich eine perfekte Visualisierung meines gegenwärtigen Zustandes darstellt. Das ist gut für mich, gibt mir Bestätigung und vielleicht sogar Anlass, noch weiter in die Tiefe zu schauen.
Andere Fotos sind mir oft nicht viel mehr als interessant wegen der dargestellten Muster, Farben und Strukturen, mögen aber beim Betrachter Phantasien und eigene Bilder hervorlocken. Das ist ebenfalls
gut.
Auffällig ist mir (ganz subjektiv) nach jahrzehntelanger Herumfotographiererei, dass ich an den besten Motiven meistens erst vorbeigehe, sie jedoch nach weiteren Schritten im Unterbewußtsein zu wirken beginnen, bis ich umdrehe und
und sie finde.
In diesem kreativen Prozess enstehen dann oft Bilder, die Begrenzungen der bildenden Kunst aufzulösen vermögen.
Für mich ist es auch ein stückweit Poesie.
Liebe Grüße. Endru


Lue - 2.9.2007
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